Mittwoch, 19. August 2026

Ode an meine Gitarre II



(Der Ursprung - 2015) 

Zur Mittsommernacht geboren, eine Romanze,
seidig ihr Körper und hauchzart ihr Klang.
Selig schlummernd in der Wiege,
nichtsahnend ihrer Kraft in saftig grünen Trieben.

 

Scharfe Sinne auf zerbrechlicher Seele,
träumend in der Welt voller Zwischentöne.
Ohne Filter schwingend zwischen Moll und Dur,
ihr erstes Lied, im Spiel gelernt von der Mutter.


Leidenschaft in ihr wuchs, die durstig machte.
Sie fand einen Meister, fand ihr großes Idol.
Heiteres Üben mit dem Vater im Duett —
Musik macht sie glücklich, Musik macht sie liebend 
und frei.


Aus den Augen verloren, aber niemals vergessen,
in die Jahre gekommen, wortlos verklungen.
Belebter Geist, reifer Körper — tiefes Fühlen fordert ein Ventil,
lieblich erregt beginnt sie erneut zu klingen. 

(Die Vollendung 2026)

Ein warmes Zittern durchströmt ihr Ebenholz,  
frische Neugier kribbelt in allen zehn Fingern.
Jede Note im Bauch des Lebens ist gefühlt, 
und Frieden weicht dem Druck im Innern.


Sie ist Rhythmus
und zum Raum für ihren Klang geworden.
Ein heiles Herz klopft sicher an die Korpuswand,
gesundes Wachstum folgt seinem eigenen Tempo.

 

 

Singend wagt sie ihre Lieder 
und furchtlos auch den großen Schrei,
Töne formend bis zum wildesten Tanz 
und der letzten Prüfung ihrer Zeit —

dem Höhepunkt zur Ewigkeit.

Gewachsen und sich vollendend im Dienst am Leben seit 1977  

  
 
 
     
 
Der vertonte Höhepunkt zur Ewigkeit: 
>Wo die kühle Feder den flammenden Tanz berührt< 
r🕉my 
>Hüterin der balancierten Glut<
Eingebettet in göttliche Liebe, wo das Leben selbst uns trägt
 
 

 


 
 

Leben ohne Gegenteil  

 
Nicht nur im Hospzdienst begegne ich den unterschiedlichsten Lebensgeschichten. Mal sind sie laut, immer ergreifend und manchmal ganz leise.  

Eines Abends saß ich auf dem Sofa — meine alte Gitarre im Blick — und mir wurde klar: Ein Leben ist wie die Seele eines Instruments. Es hat Phasen der Stille, der Reife und Momente, in denen es aus voller Kraft erklingt. Musik braucht Resonanzräume - genau wie wir Menschen und das Leben — , die bis zum letzten Akkord Stärke und Tiefe besitzen.

Du kennst mit Sicherheit das berühmte Lied The Boxer. Darin heißt es am Ende: "I am leaving, but the fighter still remains" — ich gehe, aber der Kämpfer bleibt zurück. Vielleicht fühlt sich Sterben genauso an: Wir lassen unseren müden Körper als stummes Denkmal durchlebter Stürme und auch des Glücks zurück, während die Seele nach wie vor ihr eigenes, befreites Lied anstimmt — leuchtend in die Dunkelheit, warmherzig wie eine Umarmung und versöhnlich wie eine Portion Schokoladeneis mit Erdbeeren.

HEUTE feiern wir das Leben, und es ist mir eine große Freude, diese innere Melodie zu ehren, indem ich meine Ode hier teile. Möge sie auch Dir — geliebter Mensch — Quelle, Fluss, Segen oder Erinnerung des Friedens sein, der Du bist.

 

Wenn die Stimmen von Shawn Colvin und Alison Krauss in dieser Version miteinander verschmelzen, wird das Lied vom Boxer für mich zu einer fließenden, kristallklaren Hymne der Versöhnung — ein musikalischer Heiliger Augenblick, in dem sich Angst, Groll, Scham, Schuld, Neid und Eifersucht wie Nebel in der Morgensonne auflösen und wir als EIN Gedanke des Schöpfers in unsterblicher Liebe erwachen.

Willkommen daheim.

 


 

 


Wenn ich
 meine Augen
für immer
schließe, sehe
 ich Dich
 
 



Bilder: Google Gemini / Fotos, Collage, Video: privat 

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